In einigen Fällen sind die Aufgabenstellung und der Bearbeitungsprozess klar und die Aufgabe kann mit Standardsoftware wie sie im MS-Office-Paket enthalten ist, bearbeitet werden.
Schon eine Software für die Buchhaltung muss an den Bedarf der Organisation angepasst werden. Im Beispiel Buchhaltung sind die gesetzlichen Anforderungen und die “übliche Vorgehensweise” bei allen Firmen oder allen Hochschulen jeweils ähnlich. Die Anpassung ist meistens durch die einmalige Konfiguration zahlreicher Einstellungen (Parametrisierung) möglich, daher kann auch hier von Standardsoftware gesprochen werden, auch wenn ein möglicherweise umfangreiches einmaliges Einführungsprojekt durchgeführt werden muss.
Die Campus Management Systeme der Hochschulen unterscheiden sich erheblich. Auch Hochschulen, die auf die Lösungen der HIS GmbH setzen stellen fest, dass sich ihre Installationen wesentlich unterscheiden. Das liegt einerseits in der vergleichsweise langen Historie der HIS-Software, von der zahlreiche verschiedene Versionen im Markt sind und andererseits daran, dass die einzelnen Komponenten innerhalb einer Hochschule zu unterschiedlichen Zeitpunkten kombiniert und angepasst wurden.
Mit der neuen Programmversion HISinOne soll dieses besser werden. Niemand -und zuletzt der Anbieter HIS GmbH- käme aber auf die Idee, dieses ohne eine Analyse der Prozesse einer Hochschule zu realisieren. Im Gegenteil: Das organisatorische Vorprojekt zur Vorbereitung des Einführungsprojekts HISinOne ist zwingend erforderlich.
In diesem Vorprojekt stellen einige Hochschulen fest, dass es erheblichen organisatorischen Handlungsbedarf im eigenen Hause gibt und dass der Markt inzwischen auch andere Lösungen für Campus Management Systeme anbietet.
Allein schon aus diesem Grund ist die organisatorische Vorüberlegung “Analyse der Hochschulprozesse” angeraten.
Glücklicherweise sind nicht alle Software-Themen der Hochschule so komplex wie das Thema Campus Management. Spezielle Aufgabenstellungen können einfacher gelöst werden.
Jedoch nur, wenn der Bearbeitungsprozess klar ist.
Daher sollte die Hochschule nur Softwareanbieter zur Präsentation ihrer Lösungen einladen, die den Bearbeitungsprozess “mitbringen”, d.h. durch einen eigenen Referenzprozess und durch Prozessanalyse und -synthese in Hochschulen nachgewiesen haben, dass sie über das organisatorische Handwerkszeug zur erfolgreichen Bearbeitung eines solchen Projektes verfügen.